Ursula Jüngst
Aus dem Katalog:
Malerei und Zeichnungen

„Die sehfähige Qualität heißt Farbe“, schreibt der Philosoph und Theologe Johann Amos Comenius (1592-1670) in seiner Farbenlehre, und er fährt fort: „Farbe ist das in verschiedener Weise auf der Oberfläche der Körper aufgefangene und durch die entgegengesetzte Dunkelheit abgemischte Licht, wie Weiß, Schwarz, Grün etc.“
Was aber macht Farbe eigentlich so wirkungsstark, eindrücklich erlebbar und bedeutungsvoll? Diese grundsätzliche Frage verdient gewiss viele Antworten, die vor allem kunstwissenschaftlicher, psychologischer, soziologischer und farbtechnischer Art sein werden. Wesentliche Antworten zu diesem Thema kommen ebenfalls aus der Kunst, von den Künstlern und ihrer Praxis und insbesondere aus der Malerei und im künstlerisch-praktischen Forschen über die Farben.
Farbe und Farbwirkung, das ist mehr als der flächige Farbauftrag, die Bewegung von Farbwellen oder optische Lichtwirkungen. Farbe ist vor allem ein zentrales Wirkungsmittel im geistigen Prozess des Sehens und der Erkenntnis und insofern bildet sie eine Basis für unser Welt- und Wirklichkeitsverständnis.
Paul Klee hat als Bauhauslehrer in seiner Farblehre auf die „Tätigkeit“ der Farbe hingewiesen. Farben sind demnach aktive Medien in einem Kommunikationsprozess, sie sind universal und durch nichts zu ersetzen.



Peter Funken

Bilder
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